Mit dem Galaxy Tab durch Regensburg


Auf dieser im Mai 2013 angelegten Webseite zeige ich meine Fotos, die ich mit der im Galaxy Tab eingebauten Kamera in und um Regensburg machte. Zeitraum ab Juni 2011. Viertausend Bilder sind entstanden. Ähnlich wie beim Projekt regensburg-365.blogspot.de werden auch hier die einzelnen Artikel zeitlich vorprogrammiert erscheinen. Weitere Infos auf der Seite "Über dieses Blog"

Donnerstag, 11. Juli 2013

Panorama-Experimente am Regendorfer Wehr - der Verrat am Nodalpunkt 2011-10-24

Experimente am Regendorfer Wehr zwischen Regensburg und Regenstauf.


Härtetest Nodalpunkt:

Bei diesen Bildern habe ich keine Rücksicht auf den Nodalpunkt genommen, sondern habe mich bewusst um mich selbst gedreht, die Kamera immer 20 cm vor mir. Da im Bildbereich eine Stange ist, und zwar nur einen oder zwei Meter entfernt, hätte das meiner Ansicht nach zu einer Katastrophe führen müssen. Denn hier reicht schon ein Verrücken  von 1 cm, und der Hintergrund verschiebt sich gewaltig im Vergleich zur Stange. Und die Teilbilder, die die Kamera macht, überlappen sich, so dass die Software zur Erstellung des Gesamtpanoramas Probleme bekommen müsste.






 Ich habe verschiedene Tests gemacht, mit unterschiedlichen Positionen. Erst als ich die Kamera armweit vor mich herhielt, schaffte ich es, die Software in die Knie zu zwingen. Allerdings auch nicht gerade spektakulär.


Auch das vorbeifahrende Auto hat die Galaxy-Tab-Kamera diesmal nicht verwirren können. Dabei sind bewegte Objekte während einer Panoramaaufnahme normalerweise störend. Man sieht, wie der grüne Rahmen, der den nächstenzu fotografierenden Bildausschnitt anzeigt, sich plötzlich verschiebt.



Gelegentlich habe ich nur zwei oder drei Teilbilder gemacht, bevor ich die Panoramaaufnahme abschloss. Ich habe dabei bewusst den Nodalpunkt verraten, so dass sich die Stange im  Verhältnis zum Hintergrund verschob. Aber die Kamera hat offenbar, als es die sich überlappenden Teilbilder zusammensetzte, nur eine Variante benutzt, als sie das Gesamtbild konstruierte.



An diesen Normalaufnahmen sieht man, wie sich Hintergrund im Verhältnis zur Stange verschiebt, wenn man sich nur ein wenig bewegt oder sich dreht.




Darum wäre es normalerweise notwendig, dass man die Kamera genau dort dreht, wo die Lichstrahlen sich in der Linse bündeln.

Besser als in Wikipedia wird das Problem mit dem Nodalpunkt hier erklärt:




Nodalpunktadapter bei einer normalen Spiegelreflexkamera
Johann Steininger, Quelle wikicommons, public domain

 Bei einer Galaxy-Tab-Kamera ist das Problem scheinbar einfacher als bei einer Spiegelreflex, denn hier sind das nur Millimeter zwischen Linse und Chip. Aber man muss immer noch daran denken, dass man sich um die Kamera dreht, und nicht um die eigenen Füße, oder die Kamera irgendwo befestigt.

Einen Nodalpunktadapter für eine Galaxy-Tab-Kamera zu bauen, wäre eine interessante Aufgabe, und wohl viel einfacher als für eine normale Kamera. Versuche mit Schreiner-Schraubzwingen scheiterten daran, dass sich die seitlichen Schalter störend im Weg befinden. Sie befinden sich genau in der Drehachse.

Um auf obige Teilbilder zurückzukommen: trotz dieser Problematik kompensiert die im Galaxy-Tab eingebaute Panorama-Software das Problem, wenn es das Gesamtbild zusammensetzt:


Ah ... endlich in die Knie gezwungen. Nach vielen Versuchen.
Ein anderer Test: wieviel Gegenlicht hält die Kamera aus, wenn man auf das spiegelnde Wasser fotografiert?



Auch bei folgenden Bildern habe ich bewusst den Baum als störendes Element im Panoramabild eingeplant.

Einmal habe ich mich um die Kamera gedreht, dann wieder habe ich die Kamera vor mir gehalten, während ich mich um die eigene Achse dreht. Zu meinem Erstaunen kamen immer brauchbare Bilder heraus. Ich hatte keinen Ausschuss!




Die letzten drei Bilder zeigen auch, dass die Kamera das Belichtungsproblem gut meisterte.

Das ist nicht immer der Fall. Es kommt schon mal vor, dass ein Teil des Panoramas abgedunkelt ist, weil ich dort direkt gegen die Sonne fotografierte. Auch weiter unten sehen Sie Panoramabilder von der Wiese hinter dem Wehr, wo Teilbereiche dunkler sind als andere.

Meistens aber gleicht die Software das Ganze aus.

Man muss dazusagen: Bei der klassischen  Panoramafotografie sollte man darauf achten, dass man die Einzelbilder nicht mit Belichtungsautomatik schießt, sondern feste Werte einstellt. Sonst hat man bei der späteren Montage verschieden helle Teilbilder vor sich, die man erst angleichen muss.

Bei der  Galaxy-Tab-Kamera gibt es keine Einstellungsmöglichkeit, wenn man die Panoramafunktion wählt. Darum hatte ich hier die meisten Bedenken. Tatsächlich macht die Kamera so gute Panoramabilder, dass ich kaum mehr Lust habe, Fotoserien mit der Spiegelreflex zu schießen, die ich irgendwann mal am PC zusammenstopsle. Meist liegen die Fotos noch nach Jahren auf der Festplatte, ohne dass ich die Zeit dazu hatte, sie zu montieren.




Natürlich: Für professionelle Ansprüche reicht die Qualität nicht. Bei der Panoramafunktion schaltet die Kamera auf relativ geringe Pixel-Auflösung bei den Einzelbildern. Das Ergebnis reicht für einfache Dokumentationen, vor allem im Web, aber nicht für professionelle Druckerzeugnisse (Werbung, Kalender, Plakate).


Panoramafotografie mit normaler Kamera (bzw. mit Einzelbildern):

Das Zusammensetzen von Einzelbildern zu einem Panoramabild nennt man Stitching, die Software dazu Stitching-Programme. Das Thema ist alt, die Lösungen bis heute unbefriedigend und kompliziert. Ich habe im Laufe der Jahre unzählige Programme getestet, sowohl unter Windows als unter Apple Mac, kostenpflichtige und kostenfreie. Die Montage ist fast immer zu zeitaufwändig für Hobby-Bedürfnisse, die Ergebnisse sind außerdem erstaunlich schlecht. Oder anders: es sind oft unsaubere Bereiche enthalten, oder richtige Montagefehler. Bei so scheinbar "ausgereiften" Programmen oder bei kostenpflichtigen Programmen ist das schon verwunderlich.

Mit Abstand am Besten ist ein Programm, das in der Literatur oft  gar nicht genannt wird, weil keine Werbung dafür betrieben wird. Es stammt von Microsoft, ist kostenlos, und heißt ICE (Image Composite Editor). Es korrigiert auch Teilbilder, die schief gemacht wurden (nicht waagrecht) und gleicht Belichtungsunterschiede aus. Es können Überlappungsfehler herauskommen, so wie bei teueren Programmen auch, aber es braucht einen wirklich minimalen Zeitaufwand im Vergleich zu allen anderen Programmen.

http://research.microsoft.com/en-us/um/redmond/groups/ivm/ice/
Hilfeliteratur: www.user-archiv.de/suche.html (Suchbegriff ICE)

Zurück zur Galaxy Tab und dem Regendorfer Wehr:

Im Vergleich: Einzelaufnahmen und Panoramaaufnahmen. Sie sind als Demonstration für Einsteiger gedacht, damit man versteht, wie sehr die Normalansicht verzerrt wird.











Bei folgenden Bildern wollte ich das Verhalten bei Gegenlicht testen











Die Sonne stand tief und reflektierte im Wasser. Ich wollte wissen, wie die Kamera reagiert. An den Einstellungen habe ich nichts geändert


Verschiedene Gegenlichteinstellungen: